Schallmoos – gleich hinter dem Hauptbahnhof. Zentrumsnah und dennoch ein Gebiet im Schattendasein. Eingegrenzt von Bahngleisen und Kapuzinerberg. Zumeist Einfamilienhäuser, Gewerbebauten, aber auch Brachflächen und Neuentwicklungen prägen das Viertel. Eine Achse aktiver Mobilität mit Brücken über die Gleiskörper soll neue Zugänge und Anbindungen schaffen. Eine Chance das ganze Viertel neu zu beleben und zu entwickeln?
Im Rahmen der Trans|formator:in führte uns eine Exkursion in unseren Pilotraum Salzburg Schallmoos – zu Fuß und mit dem Rad. Gemeinsam mit Vertreter:innen der Stadtverwaltung, angeleitet von Michael Schwifcz und Gertraud Gschaider-Grössinger, wurden die Mobilitätsrealität vor Ort und diskutierten Herausforderungen, wie Chancen im Zusammenspiel von Alltags- und touristischer Nutzung, erkundet.
In der Exkursion zum Salzburger Piloten innerhalb des Stadtteils Schallmoos konnte man einerseits zu Fuß die Innenstadt erkunden, aber auch mit dem Fahrrad das gesamte Gebiet erfahren.
Zu Fuß durch Salzburgs Spannungsfelder
Die Fußgruppe widmete sich den Wegen, Plätzen und Übergängen, an denen sich das alltägliche Leben der Salzburger Bevölkerung mit dem stetigen Besucherstrom der Tourist:innen kreuzt.
Entlang zentraler Achsen wie dem Elisabethkai, an Brücken über die Salzach und auf beliebten Spazierverbindungen wurde sichtbar, wie eng die Nutzungsspielräume im öffentlichen Raum geworden sind. Fußgänger:innen, Radfahrende, Lieferverkehr und Tourist:innen teilen sich denselben Raum – oft ohne klare Trennung oder sichtbare Orientierung. Engstellen, fehlende Querungsmöglichkeiten und unklare Wegführungen führen dabei immer wieder zu Konflikten, die den Bewegungsfluss beeinträchtigen und die Sicherheit mindern.

Alle Verkehrsteilnehmer:innen finden ihren Platz im Straßenquerschnitt. Gut getrennt und sicher.
Begleitet von Michael Schwifcz aus der Stadtverwaltung und dem Trans|formator:in-Team diskutierten wir vor Ort, wie städtische Planung auf diese Herausforderungen reagieren kann. Dabei wurde deutlich: Es braucht integrierte Ansätze, die sowohl das Mobilitätsverhalten der Bewohner:innen als auch die touristische Dynamik berücksichtigen. Neben baulichen Maßnahmen – wie klar definierten Gehbereichen, breiteren Querungen oder verbesserten Beschilderungen – spielen auch kommunikative und gestalterische Lösungen eine zentrale Rolle, um den öffentlichen Raum als Ort der Begegnung statt der Konkurrenz zu gestalten.
Die Exkursion machte deutlich, dass Fußverkehr weit mehr ist als reine Fortbewegung: Er ist Ausdruck von Lebensqualität, sozialer Teilhabe und urbaner Identität. Schallmoos bietet damit ein wertvolles Reallabor, um zu zeigen, wie Städte den knappen Raum zwischen Alltagsmobilität und touristischem Andrang künftig gerechter verteilen können.
Mit dem Rad durch Schallmoos – zwischen Durchzugsraum und Lebensraum
Auch die Radgruppe sammelte wertvolle Eindrücke, wo die Radinfrastruktur an ihre Grenzen stößt oder Konfliktpotenziale sichtbar werden. Das Gebiet Schallmoos ist geprägt von einer untypischen Mischung aus Einfamilienhäusern, Grünflächen sowie Gewerbe- und Industriegebieten. In Schallmoos treffen somit verschiedenste Ansprüche und Nutzungen im öffentlichen Raum aufeinander, der unter anderem als Durchzugs- und Verbindungsraum fungiert.

Zwischen Industrie und Entwicklungsflächen – in Schallmoos findet man viele Nutzungen.
Die bestehende Straßenaufteilung ist mit dieser Mischung historisch gewachsen und lässt wenig Spielraum für Anpassungen im Sinne eines Stadtentwicklungsgebiets. Um in Zukunft als Achse für aktive Mobilität wirken zu können, ist langfristige strategische Planung der Verwaltung und Politik gefordert, um Flächen für Rad- und Fußverkehr zu sichern und durch die Brückenbauten eine attraktive Verbindung in der Stadt zu schaffen.
Die Exkursion bot spannende Einblicke in die Verwaltungsrealität und war zugleich ein inspirierender Austausch zwischen Praxis und Forschung. Das Trans|formator:in-Team bedankt sich herzlich bei allen Beteiligten für den offenen Dialog und die engagierten Beiträge – ein weiterer Schritt hin zu einer sozial gerechten und nachhaltigen Stadtmobilität.






