Wie sehr Bahnhof und Stadt in Langenlois miteinander verflochten sind und wie durch eine integrierte Betrachtung von Mobilität, Freiraum und Beteiligung neue Qualitäten im öffentlichen Raum entstehen können, konnte sich das Exkursionsteam beim Lokalaugenschein des umgebauten Bahnhofs und des neu geschaffenen Bahn-Parks überzeugen.
Katja Arzberger vom VOR (Verkehrsverbund-Ost Region GmbH) führte das Exkursionsteam durch den mehrjährigen Entwicklungsprozess zwischen Gemeinde, ÖBB und Bevölkerung – unterstützt von Rainer Rabl, Stadtgemeinde Langenlois, und Bürgermeister Harald Leopold, der engagiert und mit viel Leidenschaft Potenziale und Optimierungsbedarf aus seiner Sicht schilderte.
Lage, Schulstandort und Tourismus
Der Bahnhof von Langenlois liegt mitten im Ort, das Zentrum ist fußläufig erreichbar. In knapp einer Stunde ist man in Wien – bzw. die Wiener:innen mit der Bahn in Langenlois. Als künftiger Tourismusmotor und wichtiger Schulstandort hat der Bahnhof besondere Bedeutung für die Region. Im Zuge der Erneuerung der Kamptalbahn erfolgt die Umgestaltung des Bahnhofs und seines Umfelds mit neuen Aufenthaltsqualitäten durch einen entwickelten Bahn-Park und Schritt für Schritt zu einem multimodalen Hub.
Bahnhofsumbau, Beteiligung sowie Mobilitäts- und Freiraumkonzept
Ausgangspunkt der Entwicklungen war der Umbau der Gleisanlagen, durch den neue Potenzialflächen im Bahnhofsumfeld entstanden sind. Der mehrjährige Prozess gestaltete sich aus zahlreichen Workshops, Abstimmungen und einer Befragung von Mitarbeitenden der Tourismusbetriebe und bildete die Grundlage für ein integriertes Mobilitäts- und Freiraumkonzept, das verkehrsplanerische Maßnahmen mit Überlegungen zur künftigen Nutzung des Bahnhofs und seines Umfelds verbindet.
Mit der zukünftigen Inbetriebnahme der Akkuzüge im Kamptal wird der neue barrierefreie Bahnsteig ein sicheres und komfortables Ein- und Aussteigen ermöglichen. Gleichzeitig eröffnet die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes neue Möglichkeiten für eine multimodale und qualitätsvolle Nutzung des Areals. Vorgesehen sind unter anderem hochwertige und überdachte Fahrradabstellanlagen, ein teilweise begrünter Park-&-Ride-Bereich, eine Busbucht für zwei bis drei Busse sowie Flächen für Kiss-and-Ride und potenzielle Car-Sharing-Angebote. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch Aufenthaltsbereiche für Wartende sowie eine Grünverbindung zum angrenzenden Bahn-Park.
Bahn-Park mit Beteiligungsschwerpunkt
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der aktiven Einbindung der Bevölkerung. Mit dem sogenannten „wandernden Parkbankerl“ wurden am Bahnhof in Langenlois zahlreiche Gespräche geführt; eine öffentliche Informations- und Austauschveranstaltung beim zukünftigen Bahn-Park brachte rund 70 Personen zusammen, die ihre Ideen und Anregungen einbrachten. Vorschläge wurden gesammelt, vor Ort getestet und auf Basis der gewonnenen Erfahrungen laufend angepasst: Im Sommer 2025 konnten beim gemeinsamen Picknick erste Rückmeldungen zu möglichen Maßnahmen eingeholt werden, bevor im September im Zuge von drei gemeinsamen Bautagen mit der Bevölkerung der Bahn-Park als temporäre Installation im Maßstab 1:1 entstand – und die geplante Gestaltung für alle unmittelbar erlebbar machte.

Auf der Tafel der „Langenloiser Liebe“ können schöne Botschaften hinterlassen oder Motivation für den Tag gepflückt werden.
Beim Bahn-Park selbst konnten im Frühjahr 2026 bereits erste konkrete Umsetzungsschritte realisiert werden. Die neuen Baumpflanzungen konnten wir schon vor Ort besichtigen. Die Errichtung einer Trockensteinmauer in Zusammenarbeit mit der Gartenbauschule Langenlois war gerade im Gange. Die Schüler:innen arbeiteten am Tag der Exkursion aktiv an der Umsetzung mit und machten den partizipativen Charakter des Projekts unmittelbar sichtbar. Ergänzend werden im Laufe des Jahres weitere Maßnahmen wie die Gestaltung der Wegeführung und die Installation von Sitzgelegenheiten umgesetzt, um den Bahn-Park als attraktiven Aufenthalts- und Begegnungsraum weiter zu stärken.
Die Exkursion verdeutlichte exemplarisch, wie die Transformation von Mobilitätsräumen durch integrierte Planung, frühzeitige Beteiligung unterschiedlicher Nutzer:innen-Gruppen und das schrittweise Erproben im realen Raum gelingen kann.
weitere Eindrücke von der Exkursion:








