Neue sichere Straßenquerung im Tactical Urbanism-Stil.

Eine ältere Frau mit Rollator überquert die Straße auf einer Querungshilfe innerorts. Gelbe Kreisflächen unterschiedlicher Größe verbinden gegenüberliegende Gehsteige. Pflanztröge stehen am Fahrbahnrand und flankieren die Querungshilfe. Im Hintergrund einstöckige Häuser. Bäume säumen die Straße. Ein Auto hält, damit die Fußgängerin ungehindert queren kann.
© Mobilitätszentrale Burgenland/Johanes Kellner

Deutschkreutz nutzt das Window of Opportunity des Bahnhofsumbaus für den nächsten kleinen Meilenstein: Eine neue Querungshilfe über die Hauptstraße bringt mehr Sicherheit für Fußgänger:innen. Als temporäre Intervention ursprünglich gedacht, wurde sie bewusst langlebig ausgeführt und erhält damit permanenten Charakter.

Wer in Deutschkreutz zu Fuß unterwegs ist, hatte bislang entlang der Hauptstraße nur wenige geeignete Möglichkeiten, sicher auf die andere Straßenseite zu gelangen. Eine taktische Maßnahme schafft nun unmittelbar Abhilfe und verbindet mitten im Ortskern den Nahversorger auf der einen und die Apotheke auf der anderen Straßenseite. 

Auffällige gelbe Bodenmarkierungen zeigen intuitiv, wo die Straße gequert werden kann, und erhöht gleichzeitig die Aufmerksamkeit der Autofahrenden. Pflanztröge im unmittelbaren Bereich der Querung ermöglichen gute Sichtverhältnisse zwischen Fußgänger:innen und Autofahrenden. Die gelbe Bodenmarkierung (RAL 1032) wurde mit 2KP-Rollplastik ausgeführt. Diese ist zwar etwas kostenintensiver (ca. €72,-/m2) aber deutlich langlebiger als herkömmliche Bodenmarkierungen. 

Die neue Querungshilfe verbindet Nahversorger und Apotheke.

Eine zweispurige Straße, über die eine Querungshilfe aus unterschiedlich großen gelben Kreisen führt. Auf der vom Betrachter abgewandten Seite der Fahrbahn stehen drei Pflanztröge. Im Hintergrund ein großer einstöckiger Supermarkt mit der Aufschrift "Spar"
© Mobilitätszentrale Burgenland/Johanes Kellner

Evaluierung zeigt positives Sicherheitsgefühl

Beobachtungen und eine begleitende Evaluierung liefern erste positive Ergebnisse: Fußgänger:innen fühlen sich durch die neue Gestaltung tendenziell sicherer. Besonders ältere Menschen, Personen mit Geheinschränkungen oder Eltern mit Kinderwägen nutzen bevorzugt die neue Querungsmöglichkeit. Auch Autofahrer:innen berichten von erhöhter Aufmerksamkeit aufgrund der auffälligen Straßenbemalung.

Die Erfahrungen zeigen aber auch die Grenzen einer solchen Intervention: Bodenbemalungen alleine reichen nicht aus, um überhöhte Geschwindigkeiten wirksam zu reduzieren. Dafür wären zusätzliche bauliche Maßnahmen notwendig, etwa eine weitere Verengung der Fahrbahn. Die gewonnenen Erkenntnisse liefern damit eine wichtige Grundlage für mögliche weitere Verbesserungen des Straßenraums.

Von der Planung zur Umsetzung

Die Planung erfolgte im Rahmen des Trans|formator:in-Projekts auf Grundlage des neuen Mobilitätskonzeptes Deutschkreutz. Umgesetzt wurde die Gestaltung im Projekt A2PT (Active2Public Transport). Die Abstimmung erfolgte zwischen der Gemeinde Deutschkreutz, der Bezirkshauptmannschaft und der Landesverwaltung. Als Vorbild diente Neufeld an der Leitha, wo eine ähnliche Querungshilfe bereits errichtet wurde.

Mit der Maßnahme wird in Deutschkreutz erprobt, wie vergleichsweise einfache Eingriffe in die Gestaltung des öffentlichen Raums dazu beitragen können, Wege zu Fuß sichtbarer und attraktiver zu machen und gleichzeitig die Interaktion aller Verkehrsteilnehmenden zu erhöhen.

Unterschiedlich große gelbe Kreise führen von einem gepflasterten Gehweg über die Fahrbahn auf die andere Seite. Rechts und links der Querungshilfe stehen zwei Pflanztröge. Im Hintergrund ist ein begrünter Parkplatz zu sehen.
© Mobilitätszentrale Burgenland/Johanes Kellner

Die gelben Kreisflächen, ein Tool aus temporären Maßnahmen, sollen langfristig beibehalten werden.

Bahnhofsumbau als Window of Opportunity für ganz Deutschkreutz

Die neue Querungshilfe ist Teil eines größeren Prozesses: Ausgehend von der Umgestaltung des Bahnhofs und dessen Umfelds wurden Mobilitätskonzept, Überlegungen zu einer Ortsumfahrung zur Entlastung der Bundesstraße, Konzepte für das Ortszentrum sowie ein Fußverkehrskonzept initiiert. 2025 wurde die erste Schulstraße des Burgenlands mit einfachen Mitteln realisiert und damit nicht nur der Schulverkehr entlastet sondern auch unmittelbar Umgestaltung im öffentlichen Raum sichtbar und erlebbar gemacht.

Weiterführende Links

Mobilität Burgenland: Neue Querungshilfe für Fußgänger:innen in Deutschkreutz