Rund 180 Vertreter:innen aus Politik und Verwaltung, Bürgermeister:innen, Planer:innen, Forschende und Engagierte trafen sich am 5. Oktober beim Public Space Transformation Day am Wiener Cobenzl. Im Mittelpunkt der Konferenz stand eine Frage, die angesichts von Hitzesommern und knappen kommunalen Budgets drängender wird: Wie können Straßen und Plätze schneller klimafit und lebenswerter werden?
Hoch über den Dächern Wiens gab es beim Public Space Transformation Day Praxisbeispiele, konkreten Tools und einen offenen Erfahrungsaustausch Mut machte, eigene Projekte anzustoßen und umzusetzen. Vier Jahre Forschungsarbeit in sieben Pilotprojekten und eine umfassender Wissenpool an bewährte Methoden & Werkzeug aus dem Leitprojekts Trans|formator:in wurde erstmals gebündelt präsentiert und diskutiert.
Vom Impuls zur Praxis: Was Transformation möglich macht
Den Auftakt machte Dr. Harald Frey von der TU Wien mit seinem Impulsvortrag „Rethink:Streets – Straßenräume für lebendige Städte“, der neue Perspektiven der Transformation öffentlicher Mobilitätsräume in fordernden Zeiten eröffnete. Danach ging es direkt in die Praxis: Das Projektteam präsentierte mit Praxishandbuch, Online-Toolbox und unter dem Titel „Da geht was“, die zentralen Erfolgsfaktoren & Werkzeuge, die Gemeinden dabei unterstützen, Umgestaltungsprojekte konkret anzugehen und erfolgreich vorwärts zu bringen.

Dr. Harald Frey (TU Wien) mit dem inspirierenden Impulsreferat „Rethink:Streets – Straßenräume für lebendige Städte“.
Wie viel bereits möglich ist, zeigte auch ein Highlight, die Best-Practice-Posterausstellung: Vertreter:innen aus 10 Städten und Gemeinden präsentierten Projekte vom Dorfplatz über Ortsstraßen- und Bahnhofsumgestaltung bis zu ganzen Stadtteilen – und gaben Einblick aus erster Hand, was funktioniert, aber auch in die Stolpersteine dahinter und wie diese gelöst wurden.
Besonders konkret wurde es mit den vielfältigen Erfahrungen aus den sieben Pilotprojekten in Langenlois, Deutschkreutz, St. Gallenkirch, Salzburg, St. Pölten, Graz und Wien. Vier Jahre praktische Erprobung zeigen: Knappe Budgets sind eine Herausforderung – aber sie entscheiden nicht allein darüber, ob Transformation gelingt. Frühzeitige Beteiligung, aktive Kommunikation, kluge Priorisierung und ein gut aufgesetzter Prozess können den entscheidenden Unterschied machen – und auch hohe Flexibilität vielleicht auch unerwartete Impulse und Windows of Opportunity zu nutzen.
Eine Premiere erlebte der Prototyp des Online-Tools „Trans|formator:in Maßnahmen Baukastens“, bei dem ein öffentlicher Raum auf Basis von Good-Practice Raumtypen in einem ersten Entwurf skizzenhaft transformiert werden kann.
Dass gute Prozesse allein nicht alle Hürden beseitigen, wurde beim Workshop „Selbsthilfegruppe Transformation: Von Knackpunkten zu Lösungen!“ deutlich. In Murmelgruppen brachten die Konferenzteilnehmenden eigene Erfahrungen ein, diskutierten typische Barrieren und entwickelten gemeinsam Lösungsansätze. Genau dieser offene Austausch war ein zentraler Teil der Konferenz: nicht nur erfolgreiche Projekte herzeigen, sondern auch offen darüber sprechen, wo es hakt – und was sich ändern muss. Denn viele Gemeinden wollen ihre öffentlichen Räume verändern, stoßen dabei aber an Grenzen, die sie selbst kaum beeinflussen können.
Transformation braucht politische Spielräume
Das zum Abschluss präsentierte Policy Paper richtet den Blick deshalb auf die politischen und administrativen Rahmenbedingungen. Seine Kernbotschaft: Transformation scheitert vielfach nicht am lokalen Wollen – entscheidende Handlungsspielräume müssen auf übergeordneter Ebene geöffnet werden.
Fünf Hebel stehen dabei besonders im Fokus: verbindliche Rahmenvereinbarungen für Bahnhofsvorplätze, eine Experimentierklausel in der StVO, eine gestufte Förderlogik mit Pre-Call und Ex-post-Phase, eine Evidenz-Agenda mit Vorher-/Nachher-Messungen (Stichwort: Verkehrsverdunstung) und offener Datenbasis sowie geklärte Zuständigkeiten und verbindliche Beteiligung bei Landesstraßen im Ortsgebiet.
Ein inspirierender Tag mit viel Energie, offenem Austausch und Aufbruchsstimmung klang bei guter Stimmung und spätsommerlichen Temperaturen über den Dächern Wiens beim gemeinsamen Abendprogramm aus. Vier Jahre Trans|formator:in zeigen, wenn Wissen, Mut und hohes Engagement zusammenkommen: Da geht was! Praxishandbuch, Online-Toolbox, zentrale Erfolgsfaktoren „Da geht was“ und das Policy Paper stehen Gemeinden kostenfrei zur Verfügung: https://www.transformatorin.at/ergebnisse/
Wir danken allen Vortragenden, Pilotgemeinden, Projektpartner:innen und Gästen!
Download:
- Präsentationen zum Public Space Transformation Day (16MB)
