Neugestaltung Christian-Broda-Platz in Wien

Christian-Broda-Platz mit Begrünung, Sitzgelegenheiten und taktilem Leitstreifen.
© Stadt Wien/ C.Fürthner
  1. Wien

Der Christian-Broda-Platz in Wien-Mariahilf, einst als versiegelter „Stangenwald“ bekannt, hat sich in eine grüne Oase verwandelt. Der Platz wurde umfassend neugestaltet, um mehr Lebensqualität, Klimafreundlichkeit und Aufenthaltsqualität zu bieten.

Von Asphaltwüste zum begrünten Eingangstor

Der Christian-Broda-Platz im 6. Wiener Gemeindebezirk befindet sich in zentraler Lage nahe dem Westbahnhof und bildet den Eingang zur Inneren Mariahilfer Straße, einer der meistfrequentierten Einkaufsstraßen Wiens. Aufgrund dieser Lage ist der Platz stark genutzt und stellt einen wichtigen urbanen Knotenpunkt dar. Vor seiner Umgestaltung war er jedoch durch große versiegelte Flächen, fehlende Beschattung und geringe Aufenthaltsqualität geprägt – insbesondere während sommerlicher Hitzeperioden.

Im Jahr 2024 wurde der Platz im Rahmen der städtischen Initiative „Raus aus dem Asphalt“ umfassend neugestaltet. Ziel war es, die Aufenthaltsqualität zu verbessern, einen Beitrag zur Klimaanpassung zu leisten und nachhaltige Lösungen für den öffentlichen Raum umzusetzen.

Vielfältige Kühlung im öffentlichen Raum

Ein zentrales Element der Umgestaltung war die Begrünung des Platzes. Insgesamt wurden 35 neue Bäume gepflanzt, darunter sechs sogenannte XL-Bäume. Die bestehenden sieben Bäume blieben erhalten. Ergänzend entstanden über 1.300 Quadratmeter zusätzliche Grünflächen. Alle neu gepflanzten Bäume sind mit einem automatisierten Bewässerungssystem ausgestattet, um langfristig gute Wachstumsbedingungen sicherzustellen.

Zur Reduktion der sommerlichen Hitzebelastung wurden zudem mehrere Kühlungselemente integriert. Drei Wasserspiele mit insgesamt 25 Wassernebeldüsen, sechs bodenintegrierte Nebeldüsen sowie zwei Trinkbrunnen tragen zur Abkühlung des Platzes bei. Die vormals großflächige Asphaltierung wurde durch helle Pflastersteine ersetzt, die sich weniger stark aufheizen und eine bessere Versickerung von Regenwasser ermöglichen [1].

Nachhaltige Gestaltungselemente

Im Zuge der Neugestaltung kamen erstmals pilothaft Verkehrszeichen aus heimischem Holz zum Einsatz. Insgesamt wurden 46 Holz-Verkehrszeichen montiert, die im Vergleich zu herkömmlichen Metallschildern eine geringere Umweltbelastung aufweisen und am Ende ihres Lebenszyklus weiterverwertbar sind. Zusätzlich wurden Rankgerüste für Kletterpflanzen an bestehenden Lüftungsbauwerken angebracht. Bereits vorhandene Sonnensegel wurden in das neue Gestaltungskonzept integriert [2].

Verbesserungen für den Radverkehr

Auch die Verkehrsinfrastruktur wurde angepasst. Entlang der Strecke zwischen dem Gürtel und der Stumpergasse wurden auf beiden Seiten der Fahrbahn baulich getrennte, mindestens zwei Meter breite Einrichtungsradwege errichtet. Diese ersetzen die zuvor vorhandenen schmalen Mehrzweckstreifen und verbessern die Radverkehrsverbindung zwischen den Bezirken Mariahilf und Rudolfsheim-Fünfhaus deutlich.

Links ein Radfahrer auf einem baulich getrennten Einrichtungsradweg Richtung innere Mariahilfer Straße. Rechts neue Begrünung des Christian Broda Platzes
© Stadt Wien/ C.Fürthner

Die Neugestaltung des Christian-Broda-Platzes zeigt exemplarisch, wie stark versiegelte und Kfz-verkehrsdominierte Stadträume in einladende, klimaangepasste Orte transformiert werden können. Die Kombination aus Begrünung, Kühlungselementen, nachhaltigen Materialien und verbesserter Infrastruktur für aktive Mobilität macht den Platz zu einem relevanten Praxisbeispiel für aktuelle Fragestellungen der klimagerechten Stadt.

Beteiligte

• Stadt Wien, Abteilung Straßenverwaltung und Straßenbau
• Stadt Wien, Abteilung Architektur und Stadtgestaltung
• CC Verkehrsplanung
• Carla Lo Landschaftsarchitektur

Förderung

Raus aus dem Asphalt

Links:

  1. [1] https://presse.wien.gv.at/presse/2024/11/15/sima-rumelhart-35-neue-baeume-fuer-begruentes-tor-in-die-mariahilfer-strasse
  2. [2] https://www.wien.gv.at/mariahilf/christian-broda-platz